23/07 2005:
Die größte Gefahr des Terrorismus sind die Regierungen in aller Welt. Immer heißt es "Nach den Anschlägen" und innerhalb weniger Tage sind neue Gesetze und Verordnungen zum "Schutz der Bevölkerung" beschlossen.
So dürfen jetzt Polizisten in London das Volk rechtskonform erschießen, falls dieses mit Rucksack und fiesem Gesichtsausdruck in den öffentlichen Verkehrsmitteln auftaucht. Wer den Eindruck eines Selbstmordattentäters vermittelt, darf sofort erschossen werden. Potentiellen Terroristen wird aus Sicherheitsgründen daher dringend zu Anzug, Bowlerhat und Aktenkoffer geraten.
Massenmedien mit dem Niveau der Sun finden das natürlich toll und titelten "Erschießt Sie alle". Diesem Aufruf versuchte ein Polizist bereits nachzukommen und hat einen potentiellen Selbstmordattentäter erschossen. Mittlerweile hat man zugegeben, dass es sich wohl nicht um einen Selbstmordattentäter handelt. Es würde sich allerdings um eine Person handeln, die wahrscheinlich (vielleicht) mit den Attentätern der vergangenen Tage in engem Zusammenhang stehe. (Nachtrag 23.7.: Es handelt sich jetzt um einen Brasilianer, der mit Terrorismus nichts zu tun hat und die Polizei bedauert sehr ...)
Aha! Es reicht also schon der Verdacht, dass man einmal mit einem Verdächtigen Kaffee getrunken hat für den Fangschuss. Wie konnte der Polizist nur so schnell diese komplexen Zusammenhänge erkennen? Verdächtige werden sofort erschossen, da bereits das Ansprechen des Verdächtigen diesen zum Auslösen der Bombe veranlassen könnte. Nur was ist, falls es sich einfach nur um einen Mitbürger mit Rucksack handelt?
Klaus D. Minhardt 
Letzte Änderung: 10:52 11/08 2005
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